„Aww, ist das ein Kampfhund? O.o“ oder Was in Hundeforen so abgeht

Die Reiter unter euch werden den Blogeintrag „Poste niemals Reitfotos“ kennen. Für die anderen gibt’s das ganze hier zum nachlesen. http://chevalie.de/poste-niemals-reitfotos-10-survival-tipps-fuer-die-digitale-pferde-szene/

Und ich kann das voll und ganz so unterschreiben. Doch gilt ähnliches auch für die Hundeszene. Ich bin zwar „nur“ auf Facebook in diversen Gruppen unterwegs, auch noch Foren über den Hund, das würde ich wohl nicht aushalten. Und auch dort fällt mir immer wieder etwas auf.

Meistens wird doch am eigentlichen Thema vorbei geredet.

Ein paar Beispiele: (einige Beispiele sind tatsächlich so oder so ähnlich vorgekommen)

Person A postet ein Bild von einer ausgelutschten Maus und dass sie stolz darauf ist, dass ihre Hündin sie nicht getötet hat und fragt anschließend, woher die kahlen Stellen auf dem Fell ihrer Hündin kommen könnten?

Person B: Die arme Maus. Die wird den Stress nicht überleben. Ich lasse meinen Hund die Tiere direkt töten.

Person C: Quatsch, bei dem Wind ist die schnell wieder trocken.

Person D: Hauptsache noch ein Foto von der Maus gemacht.

Person A: Es geht hier doch gar nicht um die Maus.

Person F: Geh damit schleunigst zum Tierarzt, sie wird sonst sterben. (Die Hündin, nicht die Maus. die stirbt sowieso)

Möchtegern Tierarzt: Das ist bestimmt eine der berüchtigten Mittelmeerkrankheiten. Du solltest deinen Hund einschläfern.

Möchtegern Homöopath: Da gibt’s so Globuli, die helfen.

Möchtegern Barfer: Du gehst zu weit mit dem Barfen. Mäuse habe ich noch nie auf einem der Pläne gesehen. Aber Barfen hilft gegen die Hautkrankheiten.

Person G: Ach, das ist Pilz, tu einfach Essig drauf und fütter Knoblauch.

(Die anschließende Knoblauchdiskussion erspar ich euch)

 

Beispiel 2:

Person Unwissender Hundehalter postet ein Bild von ihrem neu erworbenen Staffwelpen zusammen mit ihrer kleinen Tochter. Freut sich darüber, dass das neue Familienmitglied so gut angekommen ist und fragt, ob die anderen Mitglieder auch so süße Fotos haben.

Person B: Das ist doch niemals ein Staff. Die haben doch Falten.

Person C: Ein Kampfhund? So etwas kannst du doch nicht zu einem Kind stecken. Der wird es töten.

Person A: Ein Kind? Wie kannst du nur Kinder und Hunde zusammen halten. Die armen Hunde

Person F: Du solltest damit schleunigst zum Arzt gehen, das sieht nach Windpocken aus. Das wird sonst lebensgefährlich(also das Kind, nicht der Hund)

Möchtegern Genlaborant: Niemals ein Staff, vielleicht ein Ridgeback.

Person D: Man sollte sich schon die Elterntiere angucken und sich vorher informieren.

Möchtegern Tierarzt: Der sieht aber verwurmt aus. Schnell zum Tierarzt, sonst musst du ihn noch einschläfern lassen. (den Hund, nicht den Tierarzt)

Möchtegern Ökotante: Gib ihm Kamille, das beruhigt Kampfhunde.

Antibarfer: Du solltest ihn auf keinen Fall barfen, sonst kommt er auf den Geschmack und frisst dein Kind, wenn es blutet

 

Beispiel 3:

Person D postet ein Bild ihres Terrier-Mops-Mixes und fragt, ob jemand einen OnlineShop kennt, der für besonders kleine Nasen Maulkörbe herstellt.

Person A: Kleine Hunde brauchen doch keine Maulkörbe.

Person F: Wenn dein Hund beißt, lass ihn lieber direkt einschläfern.

Möchtegern Homöopath: Das ist bestimmt was gesundheitliches. Lass ihn doch mal durchchecken, da gibt’s bestimmt so Globuli und er hört auf zu beißen.

Person B: Ist das ein Kampfhund?

Person C: Seit neustem gibt es gar keine Liste mehr.

Person B: Echt nicht?

Die beiden führen nun eine Diskussion, ob es noch Listen gibt und ob man noch Kampfhund sagen darf, werden sich aber nicht einig.

Barfer: Ich würde ihn barfen, das ist gesund.

Person G: Nur weil der Hund einen Maulkorb braucht, ist er noch lange nicht für Menschen gefährlich.

Person H: gutes Training wäre vielleicht angebracht

Nach etwa 300 Antworten rund um wieso denn einen Maulkorb. Und wie man denn trainieren kann, dass der Hund keinen braucht.

Alleswisser: Auf der Seite KleineHundebrauchensehrwohleinenMaulkorb.abc gibt’s für jeden Hund einen Maulkorb (Diese Nachricht wird der Threadersteller nie lesen)

 

Und sobald es um Futterdiskussionen geht, tauchen immer die Barfer und die Antibarfer auf und es wird sich gebattelt. Und selbst in reinen Barfgruppen ist es nicht besser.

Neulich in einer Barfgruppe:

Person A postet ein Bild ihres Einkaufes mit den Worten: „Leider war das Lamm alle“

Person B: Och, das ist aber blöd. Wo hast du denn eingekauft.

Person C: Lamm? Das sind noch Babys. Sowas darf man nicht kaufen.

Person D: Also ich bin ja Vegetarier, mein Hund kriegt auch kein Fleisch.

Person C: Spinnst du? Hunde brauchen doch Fleisch.

Person G: Uh, das sieht aber aus, als hätte das Rind mal einen Tumor gehabt. Du solltest schleunigst zum Tierarzt gehen.

Möchtegern Tierarzt: Du solltest deinen Hund einschläfern lassen, wenn du ihm nicht mal Lamm bieten kannst.

Biotante: Ist es denn wenigstens aus artgerechter Haltung?

 

 

Was lernen wir daraus? Auch in Hundeforen sollte man immer aufpassen, was man postet und sich von den Antworten nicht allzu viel erhoffen.

Weitere Geschichten werden bestimmt folgen.

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3 Antworten zu “„Aww, ist das ein Kampfhund? O.o“ oder Was in Hundeforen so abgeht

  1. Haha, wirklich sehr schön geschrieben! Ich halte mich aus so Foren lieber raus, mir reichen schon die Hundegurus die ich während des Spazieren gehen treffe und die ungefragt immer einen tollen Tipp parat haben 😉

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  2. Wie wahr. Wir rollen auch oft mit den Augen.

    Gefällt 2 Personen

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